Antennaria dioica = Gewöhnliches Katzenpfötchen/= rosenkransje Asterales Leber
Aranea scinecea (Aran-sc) = Scalticus scenicus = Spinne, die in Mauern lebt
Asplenium ruta
muraria = Muurvaren Pteridophyta
Cheir. = Goldlack/= Girotlée/= Wallflower/=
Mauerkraut
Dictyna civica =
Mauerspinne spinnt Netzen flach auf Häuserwände unter Simsen/Dachvorsprünge Arthropoda /
Cymbalaria muralis = Zimbelkraut/=
Muurleeuwenbek Lamiales enthält Bufotenin
Epithelanta
micromeria = Chilito/= psychedelisch/wächst nahe prähistorische Ruinen Mauergruppe Caryophylalles
Erigeron karvinskianus = Muurfijnstraal Asterales
Erysimum chein =
Muurbloem Brassicales /
Matth = wallflower
Mycelis muralis =
Muursla Asterales
Nidus edulis = Mauerseglernest
Oniscus = Tausendfüßler/= Mauerassel/= Sowbug/=
sowlouse
Osmia bicornis (=
roter Mauerbiene) Spinnen
Oxalis pes-caprae
(= Bermuda butter-cup/= African wood-sorrel/= Bermuda sorrel/= Buttercup oxalis/= Cape sorrel/= English
weed/= Goat's-foot/= Sourgrass Oxydales).
Paro-i = Coral-necklace/= grond-ster/= Silvery Paronychia/=
Sanguinaria of Cuba/= Mauermiere/=
Algerian tea.
Pseudofumaria = Muurhelmbloem Ranunculales
Saponaria ocymoides
= Muurzeepkruid
Caryophyllales
Sceliphron caementarium = organ pipe/= mud dauber/= Mauerwespe
Sed-a. = Mauerpfeffer/= Poire de muraille/= Wall
pepper/= Sonnenmoos
Tortula muralis = Muurmos Moose
Vergleich: Siehe: Baumaterial + Abwehr
Allerlei: Um die Wurzeln von Tarax/Chel finden sich manchmal haarfeine Risse im Mauerwerk. Die Wurzeln sondern Säuren ab und erweichen auf diese Weise im Lauf der Zeit sogar
Betonplatten. Wenn sich eine Signatur derart augenfällig präsentiert, dann ist es nahe liegend, bei Gallengrieß/-steinen nicht einfach nur irgendeinen Gelbblüher zu verordnen, sondern den
Bezug zum Mineralischen mitzubeachten, bei der Wahl das Wachstum in Mauerritzen/auf steinigem Boden (Antennaria dioica = Gewöhnliches Katzenpfötchen/= rosenkransje Asterales) mitzubeachten.
„The gras
is always greener on the other side of the hill“
„Het gras
is altijd groener bij de buren“
„The other man’s gras
is always greener“
“Gegen einen Wand reden”
“Wallflower” One who only looks on
at a dance or a party (from shyness/unpopularity).
”Blind Wall” a wall without windows or doors in it to see or go through.
Phytologie:
[Margret Madejsky]
Signaturenlehre: Botschaften der Zaunkräuter:
Zahlreiche Pflanzen folgen dem Menschen seit Urzeiten auf Schritt und Tritt:. Sie klettern an Zäunen empor, besiedeln kleinste Mauerritzen, gedeihen sogar an starkbefahrenen Straßen oder entlang von Bahngleisen. Zu
den ständigen Begleitern der Zivilisation gehören
altbewährte Vielheiler wie Brennessel,
Löwenzahn, Schöllkraut oder Wegerich. Die unter dem
Begriff "Ruderalflora" zusammengefassten
Gewächse erweisen sich im naturfeindlichen urbanen Umfeld als wahre
Überlebenskünstler, und eben darin zeigen sich auch ihre unglaublichen
Heilkräfte.
In diesem Beitrag sollen daher die Signaturen dieser
menschenfreundlichen Gewächse ein wenig beleuchtet werden, auch um dabei
vielleicht auf "neue" Indikationen für diese altbekannten
Heilpflanzen zu stoßen.
Die Signaturenlehre wird oft als Arzneilehre bezeichnet, bei der man vom äußeren Erscheinungsbild einer Pflanze, beispielsweise von Farbe und Form, auf das Innere, also auf Wesen und Heilwirkung, schließen kann. Doch
die Signaturenlehre des Paracelsus ist in Wahrheit wesentlich komplexer, und der Begriff "Signatur" versteht sich als "Zeichen" im weitesten Sinn. Neben Farben und Formen von Blüten, Blättern, Stängeln, Wurzeln o.
Früchten kommt vielen weiteren Eigenarten und botanischen Merkmalen eine Bedeutung zu. Geht man davon aus, dass ausnahmslos nichts ohne Bedeutung ist, dann haben ferner der Geruch, der Geschmack, die Konsistenz,
die Art der Fortpflanzung, die Wachstumsperiode, die
Lebensdauer, das Lichtverhalten, die Gesellschaft, die Bodenbeschaffenheit und
nicht zuletzt auch der Standort als solcher Aussagekraft. Darüber hinaus passt
sich die Vegetation den veränderten Umweltbedingungen an, sodass im Laufe der
Zeit auch "neue" Signaturen hinzutreten.
Was die Ruderalpflanzen angeht, so sind auch diese auf vielfältige Weise gezeichnet, und ihre Signaturen erlauben Rückschlüsse auf die besonderen Kräfte, die sie in sich bergen. Es ist bereits ein erstes "Zeichen", dass sie
dem Menschen seit Urzeiten bis zur Haustür folgen. Der Paracelsist Emil Schlegel fragte sich deswegen: "Ob nun diese Gewächse sich in besonderem Maße der Volksaufmerksamkeit und der Heilkunde darbieten wollen?"
Schlegel bezog sich auf die alte Regel der Heilkunst, die lautet: "Wo das Übel, da ist das Heilmittel"1. Dieser Gedanke findet sich ebenso bei Paracelsus, der bemerkte: "Wo Krankheit, da Arznei, wo Arznei, da Krankheit“. (I/378)2. In der Tat waren jene Pflanzen, die bevorzugt in menschlicher Nähe gedeihen, auch die ersten Heilpflanzen der frühen Siedler. Die Germanen sahen in den nahrhaften und heilsamen "Zaunkräutern" noch die
Verkörperung wohlwollender Hausgeister, und viele dieser menschenfreundlichen Gewächse blicken nun schon auf eine jahrtausende alte Heiltradition zurück. Doch was hat es zu bedeuten, wenn wir bestimmten Pflanzen
bis heute an den unwirtlichsten Plätzen mitten in
Großstädten auf Schritt und Tritt begegnen?
Paracelsus ging davon aus, dass Krankheit und Arznei
demselben Grund entspringen oder denselben Umwelteinflüssen unterliegen und
konstatierte: "Jedem Land wächst seine eigene Krankheit, seine eigene
Arznei und sein eigener Arzt“. (III/492) Im übertragenen Sinn bedeutet dies,
dass gegen die Krankheiten des Städters Pflanzen wachsen, die in seiner
unmittelbaren Nähe zu finden sind.
Ruderalpflanzen
contra Zivilisationskrankheiten
Ruderalpflanzen zeigen nicht nur gegen Trittschäden, sondern auch gegen Umweltgifte beachtliche Resistenz. Solche Pflanzen vertragen Abgase, Reifenabrieb, metallverseuchte Böden und sauren Regen erstaunlich gut.
Genau in dieser Anpassungsfähigkeit ist auch ihre gemeinsame Signatur verborgen. Damit beweisen sie, dass sie Widerstandskräfte gegen Umweltproblemstoffe in sich aufgebaut haben, die möglicherweise auch dem
Menschen nützlich sind. Die Pflanzen am Wegesrand sind daher
als potentielle Heilpflanzen gegen sog. "Zivilisationskrankheiten"
anzusehen; bspw. Allergien, Asthma, Atemwegsreizung durch Benzol oder Ozon,
Fettsucht, Infektanfälligkeit und Virusleiden, Hautleiden wie Neurodermitis und
nicht zuletzt auch Schwermetallbelastung.
Im Grunde genommen sprechen diese Gewächse eine eindeutige Sprache. Betrachtet man einmal die Wegwarte (Cichorium intybus) - sie blüht sogar neben vielbefahrenen Straßen und selbst auf den Mittelstreifen der
Autobahnen. Versetzen wir uns einmal in eine Wegwarte hinein, die an einem derart lebensfeindlichen Ort gedeiht. Dort stinkt es nach Abgasen, und der Boden ist vergiftet von Schwermetallen und wer weiß wie viel
weiteren Problemstoffen. Müssten wir an ihrem Standort ausharren, dann hätten wir bald hochgradige Vergiftungssymptome. Die Pflanze hält der Belastung jedoch stand und blüht scheinbar unverzagt weiter, während
die Zivilisation um sie herum tobt und stinkt. Sie muss also etwas in sich haben, das die unheilvollen Umwelteinflüsse neutralisiert. In jedem Fall besitzt sie eine Anpassungsfähigkeit, die dem an der Umwelt erkrankten
Menschen fehlt. Ein solches Gewächs muss Heilkräfte gegen Umwelterkrankungen in sich bergen. Dennoch erscheint es einfältig zu glauben, die Wegwarte sei nur wegen uns hier, um uns zu heilen. Wahrscheinlicher ist,
dass die gesamte Ruderalflora die
Aufgabe hat, die Erde zu heilen, und ihre Nützlichkeit für den Menschen ist
möglicherweise nur ein glücklicher Nebeneffekt.
Zurück zur Wegwarte, der vielleicht "schönsten Hässlichen" unter den Wegrandkräutern. Wenn ihre bezaubernden Blüten gegen Nachmittag verschrumpeln, bleibt ein gräuliches Stängelgerippe zurück, worin sich ihr
saturnales Wesen offenbart. Ihr meist sonniger und trockener Standort deutet dagegen auf Jupiter hin, der im Menschen über die Leber regiert. Wobei Weg- o. Straßenränder sowie Bahngleise ebenso den alles verbindenden
Merkur anzeigen. Der hohle Stängel zeichnet den Korbblütler als Antidyskratikum aus, und der bittere Geschmack zeigt die verdauungsfördernde und reinigende Wirkung an. Alles in allem haben wir es mit einer bedeutenden Heilpflanze zu tun, die zur Anregung der großen Entgiftungsorgane (Bauchspeicheldrüse, Leber-Galle und Nieren) in der Volksmedizin wie auch in der modernen Phytotherapie Anwendung findet. Einst gehörte sie auch zu
den Entgiftungspflanzen der Bergarbeiter. Die Wegwarte, so
heißt es bei Tabernaemontanus, "thut Widerstand aller Vergiftung", und eben diese
Heileigenschaft lässt sich bereits aus dem Standort ableiten.
Teemischung zur Ausleitung von Schwermetallen:
Die Heilpflanzen dieser Rezeptur vereint der exponierte
Standort an Bahngleisen, Straßen oder Wegrändern, wo sie Autoabgasen sowie
Reifen- oder Schienenabrieb und meist auch Petiziden
ausgesetzt sind. Eben weil sie der Umweltbelastung in den Städten trotzen,
bergen sie "giftwidrige" Heilkräfte in sich und ergänzen
schulmedizinische und/oder naturheilkundliche
Entgiftungskuren:
Beifußkraut (Herba
Artemisiae cc.)
Goldrutenkraut (Herba Solidaginis cc.)
Gundelrebe (Herba
Hederae terr. cc.)
Klettenwurzel (Radix Bardanae cc.)
Löwenzahnwurzel (Radix Taraxaci cc.)
Wegwartenwurzel (Radix Cichorii cc.)
Zu gleichen Teilen mischen; 2 TL mit 200 ml kochendem Wasser
überbrühen, ca. 15 Min. ziehen lassen. Nach dem Entfernen von Amalgam-Plomben
je nach Verträglichkeit bis zu zwölf Wochen lang täglich ein bis vier Tassen
trinken.
Erfahrungsgemäß leiten Teekuren, in denen die
Wegwartenwurzel mit weiteren Ruderalpflanzen
kombiniert wird, Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber aus, und nicht selten
hört man von den Patienten, dass sie durch solche Kuren über spürbar mehr
Lebensenergie verfügen.
Weitere Pflanzen, die sich ebenfalls an Straßenrändern
finden, sind zum Beispiel Beifuß (Artemisia
vulgaris), Goldruten (Solidago
canadensis und Solidago gigantea) oder Kletten (Arctium lappa). In dieser Gemeinschaft tut sich zusammen, was auch
auf dem Rezeptblock miteinander harmoniert. Allein mit diesen vier Pflanzen
hätten wir bereits ein hochkarätiges Entgiftungsgespann:
Beifuß öffnet alle Entgiftungswege
des Körpers. In Form von Teekuren regt das Kraut den Kreislauf, den
Stoffwechsel und die Hormone an (Hypophyse - Keimdrüsen), ferner treibt er den
Harn und den Schweiß, fördert die Verdauung und die Menstruationsblutung.
Die Goldrute zählt zu den Kardinalheilpflanzen der Nieren
und der ableitenden Harnwege. Ohne die Nieren zu reizen, steigert sie deren
Energie und Entgiftungsleistung auf sanfte Weise. Daher empfiehlt sich, während
einer Ausleitungskur Leberfunktionsmittel wie "Hepatik" von Soluna in Goldrutentee einzunehmen, weil die von der Leber verstoffwechselten "Gifte" dann leichter
ausgeschieden werden.
Die Klette, eine typische Schuttpflanze, siedelt sich gerne
auf Bau- und Gartenschutt oder auf Schrottplätzen an. In der Volksmedizin wird
das Klettenwurzelöl zur Stärkung des Haarbodens geschätzt, dabei gehört sie wie
Beifuß, Goldrute und Wegwarte zu den stark wirkenden
Ausleitungspflanzen: "Die Heilkraft dieser Pflanze ist einzigartig. Bei
innerlichem Gebrauch entfernt sie überschüssige Schwermetalle wie Quecksilber,
Rückstände von Arzneimitteln wie z.B. Antibiotika, Harnsäure und Toxine“. (Amann, 1995)
Unkraut vergeht nicht
Unter den Kulturfolgern finden sich auch sogenannte "Bodenheiler", die sich bevorzugt auf herabgewirtschafteten Böden ansiedeln. Im übertragenen Sinn braucht der Mensch, der durch Antibiotika, Pestizide und Schwermetalle aus Nahrung und Umwelt "herabgewirtschaftet" ist und nun guten Nährboden für ständige Krankheit abgibt, sich nur an entsprechenden Plätzen umzuschauen. Er wird seine Heilpflanzen neben Bahngleisen, an Straßenrändern,
auf Brachwiesen oder Schuttplätzen finden. Denn die Kräuter,
die dort gedeihen, regenerieren auch den "Boden" in uns. Nicht
endgültig geklärt ist die Frage, ob diese Pflanzen Problemstoffe aus der Erde
anreichern. Doch es versteht sich von selbst, dass man Heilpflanzen nicht von
belasteten Böden sammelt, sondern aus dem biologischen Anbau bezieht, wenn sie
als Arznei dienen sollen.
Schauen wir uns noch ein wenig am Standort Bahngleis um. Damit die Gleise nicht überwuchert werden, kommen hier Pestizide zum Einsatz, und Holzschutzmittel sowie der Schienenabrieb belasten ebenfalls den Boden.
Dennoch wachsen entlang der Gleise neben den bereits genannten viele weitere Heilpflanzen, zum Beispiel: Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), Brennesseln (Urtica dioica und Urtica urens), Ehrenpreis-Arten
(Veronica ssp.), Johanniskraut (Hypericum perforatum), Knopfkraut (Galinsoga parviflora), Natternkopf (Echium vulgare), Steinklee (Melilotus officinale), Storchschnabel (Geranium robertianum), Vogelknöterich
(Polygonum aviculare).
Nicht alle können hier besprochen werden, aber der Ackerschachtelhalm, das Zinnkraut der Volksmedizin, ist eine wichtige Heilpflanze für Mensch und Natur. Lässt der Bauer ein ausgelaugtes Feld brachliegen, dann dauert
es nicht lange und dort siedelt sich Schachtelhalm an und regeneriert im Lauf der Zeit den Boden. Ähnliches leistet das urzeitliche Gewächs als pflanzliches Düngemittel wie auch als Arznei in uns. Die pflanzliche Kieselsäure führt zu Leukozytose und spendet darüber hinaus auch Strukturkraft. Wertvoll sind Schachtelhalm-Kuren (z. B. Teekuren +/o. "Equisetum arvense Silicea cultum Amp. oder Dil“. w) bei chronisch-entzündlichen Prozessen vorgeschädigter Gewebe; z. B. chronisch/rezidiv. Zystitis nach Antibiotika oder bei Neigung zu Ovarialzysten nach Hormongaben - wobei sich der Bezug zum mondregierten Uro-Genital im Saftreichtum des Zinnkrauts
zeigt.
Bewundernswert zäh ist auch das Knopfkraut, das fast überall in den Städten zu finden ist und zu den wenigen Unkräutern gehört, die sich selbst aus stark gespritzten Maisfeldern nicht vertreiben lassen. Umweltgifte, die uns
krank machen, stören dieses kleine Pflänzlein
scheinbar überhaupt nicht, und eben das zeichnet sie als Heilpflanze aus. Immerhin
bietet Staufen-Pharma Galinsoga
parviflora Urtinktur an, aber es gibt nur wenige
zeitgenössische Phytotherapeuten, die sie bspw. noch
als Adjuvans bei Krebsleiden verordnen (Amann, 2000).
Zu den ständigen Begleitern der Zivilisation gehören ferner Brennesseln (Urtica dioica und
Urtica urens) und Hirtentäschel (Capsella
bursa-pastoris), die wie so viele Unkräuter in der
zeitgenössischen Phytotherapie unterschätzt werden. Dabei steckt bereits in dem
Sprichwort "Unkraut vergeht nicht" der erste Hinweis auf die zu
erwartenden Heilkräfte. Beide zeigen sich gegenüber allen Bemühungen, sie
auszurotten, widerstandsfähig. Sie verfügen über geradezu unglaubliche
Regenerationskräfte, die auch aus der Art der Fortpflanzung resultieren. Zum
Beispiel bildet das Hirtentäschelkraut bis zu 60000 Samen pro Jahr und Pflanze!
In der Vielsamigkeit erkannten die Alten noch die fruchtbarkeitssteigernde Eigenschaft, denn die
Fruchtbarkeit der Pflanzenwelt und die des Menschen untersteht in der
hermetischen Medizin dem gleichen Prinzip (Mond). Der Samenreichtum stellt auch
den Bezug zum weiblichen Genital her, für das das Hirtentäschel ein bewährtes Hämostyptikum und Tonikum ist (z. B. in Form von "Menodoron Tropfen" von Weleda).
Das Hirtentäschel regt aber seiner Fruchtbarkeits-Signatur wegen möglicherweise
auch die Spermiogenese an (Teekur?).
Wenn Männer zu wenig Spermien bilden, könnte man ihnen auch Brennesselsamen "zufüttern" (ca. 2 EL täglich;
z.B. pur, auf Brot oder im Salat). Die vitaminreichen Samen werden im Alpenraum
von den älteren Menschen als Tonikum reichlich genossen, und in der
Veterinärmedizin zählen sie seit langem zu den Geheimmitteln der Pferdehändler,
um alten Schindmähren wieder zu glänzendem Fell und vollblütigem Gebaren zu
verhelfen ...
Von dieser ausgefallenen Indikation abgesehen, ist die
Brenn-Nessel eine besonders kriegerische Arzneipflanze. Berührt man sie, dann
schießt sie ihre Brennhaare wie Pfeile ab und injiziert uns so unter anderem
Ameisensäure das nachfolgende Jucken und die Quaddelbildung kennt wohl jeder. Eine
Pflanze, die sich derart gut gegen Mensch und Tier zu wehren weiß, muss einfach
die Lebens- und Abwehrkraft stärken! Mit Freude habe ich erfahren, dass Brennesseln auch zu den Pflanzen der kolumbianischen
Schamanen gehören: Wenn die Seele des Erkrankten während eines Heilrituals
verlorenzugehen droht, dann wird dieser mit Nesseln abgerieben und so wieder
geerdet - und das funktioniert, "weil die Brennessel
wie das Leben ist" (Fabio Ramirez, Bogota, 1998). Vor allem Allergiker und
Astheniker sollten sich also mit der Brennessel
anfreunden; z.B. als Teekur oder Wildkräutersuppe
oder in Form von Kuren mit "Urtica comp“. Amp. oder Glob. von Wala.
Viele Ruderalpflanzen bilden auch
Ausläufer, und wenn man sie hier entfernt, dann treiben sie eben dort wieder
aus. Zu diesen "lästigen Unkräutern" gehören beispielsweise
Gundelrebe (Glechoma hederacea),
Klebkraut (Galium aparine)
oder Quecke (Triticum repens).
Letztere verdankt ihren meterlangen Ausläufern, die sie zum Ärgernis vieler
Gärtner und Hausmeister machen, ihren Namen und ihre Unausrottbarkeit. "Der
Lebensdrang dieses beharrlichen Grases hat in der Bezeichnung Quecke, von
althochdeutsch quec = lebendig, beredten Niederschlag
gefunden“.
Quecke
Wie so viele "Unkräuter" überträgt auch die Quecke ihre Vitalität auf den Menschen, der sie als Arznei gebraucht. In der Volksmedizin ist die Wurzel beliebter Bestandteil von Blutreinigungstees (Gicht/Blasengrieß/Rheuma). Auch liegen in der Quecke "Heil" und "Unheil" nah beieinander: Für Allergiker ist die langwährende Queckenblüte eine echte Belastungsprobe, während sich die Wurzel zur Allergiebehandlung eignet (siehe Allergie-Rezept).
Die Fähigkeit zur Bildung von Ausläufern birgt aber noch
einen Hinweis in sich: Sucht man im Menschen nach einer Entsprechung, dann
fallen uns vielleicht Adern, Lymphbahnen, Nerven oder Nabelschnur ein, also
"lange Leitungen". Insbesondere das Klebkraut gibt uns eine gute
Vorstellung davon, wie in etwa unser Lymphsystem aussieht: Lange
"Leitungen", die Entsprechungen der Lymphgefäße, enden in den
knötchenartigen Klettfrüchten, den pflanzlichen Gegenbildern zu den
Lymphknoten. Zudem zeichnet sich das Klebkraut durch seine winzigen Widerhaken
als entgiftende Heilpflanze aus; Dornen, Stacheln oder Mettfrüchte sind
wichtige Signaturen von Ausleitungspflanzen8. Diese Waffen der Pflanzen
verkörpern das wehrhafte Prinzip des Mars, und die so gezeichneten Pflanzen
steigern auch die Abwehrkräfte (z.B. Eleutherokokkus).
Frische Klebkrauttriebe schmecken bspw. in Wildkräutersalaten köstlich. Ansonsten wird eigentlich nur die aus der Frischpflanze bereitete Urtinktur verordnet. Galium aparine Urtinktur ist zum Beispiel in dem
Komplexmittel "Itires spag“. von Pekana enthalten, das
sich zur Lymphreinigung bei Mastopathie bewährt hat.
Auch die Gundelrebe bildet lange Ausläufer. Bei den Germanen
zählte der Lippenblütler zu den "Gundkräutern"9, was noch in dem
Volksnamen "Herr des Eiters" mitschwingt. Bis heute ist das Kraut
vielerorts Hauptbestandteil der Gründonnerstagssuppe, die in dem Ruf steht, den
Menschen, der sie genießt, das ganze Jahr bei Gesundheit zu halten. Im
Mittelalter zählte die Gundelrebe noch zu den Heilmitteln der Maler, die mit
ihrer Hilfe Blei ausleiteten. Die Heidelberger Umweltmedizinerin Dr. Astrid
Blank griff diesen Tipp aus der Volksmedizin auf und verabreichte einer Frau,
die stark erhöhte Bleiwerte aufwies, Gundelrebentee
als alleinige Arznei. Ergebnis: Die Bleiwerte waren nach wenigen Wochen wieder
in der Norm. Angelehnt an überlieferte Entgiftungsrezepturen entwickelte Dr. Beyersdorff von Pekana das
Komplexmittel "Toxex spag“.,
in dem er gleich drei Zaunkräuter - Gundelrebe, Klebkraut und Zaunrübe -
kombinierte. Die beste metallausleitende Wirkung
entfaltet sich, wenn bspw. "Toxex spag. Tropfen" durch Schwefelverbindungen ergänzt
(z.B. "Sulfur selenosum
Trit. D6" von Weleda)
und in der abnehmenden Mondphase in Kräutertee eingenommen werden (siehe
Teerezept im Kasten).
Allergie-Rezept (Apotheke)
Apis mellifica Dil. D8 (Biene)
Calcium carbonicum Dil. D6 (Kalziumcarbonat)
Dulcamara Dil. D6 (Bittersüß)
Glechoma hederacea Urtinktur (Gundelrebe)
Histaminum dihydrochloricum Dil. D12 (Histamin)
Juglans regia Dil. D2 (Walnuß)
Plantago lanceolata Urtinktur (Spitzwegerich)
Triticum
repens Urtinktur (Quecke)
Urtica dioica
Urtinktur (Brennessel) aa
10,0
Über die Apotheke von Staufen-Pharma
mischen lassen, 3- 5mal täglich 10 bis 20 Tropfen im Mund zergehen lassen oder
z.B. in Brennesseltee einnehmen.
Diese Rezeptur brachte bereits allergische Schübe mit Quincke-Ödem zum völligen Abklingen.
Die Heilkräfte der Mauerblümchen
Die Liste der Zaunkräuter ist lang, und natürlich können hier nicht alle aufgeführt werden. Doch auf eine Signatur müssen wir noch eingehen, um das Wesen der urbanen "Unkräuter" zu verstehen: Beeindruckend ist nämlich die Fähigkeit mancher Gewächse, sich in den kleinsten Mauerritzen anzusiedeln, und einige sind sogar in der Lage, auf blankem Stein zu wachsen. Zu diesen genügsamen Mauerblümchen gehören bspw. Brennesseln (Urtica dioica
und Urtica urens), Dachwurz (Sempervivum tectorum), Löwenzahn (Taraxacum officinale) und nicht zuletzt auch Schöllkraut (Chelidonium majus). Schaut man genau nach, dann entdeckt man nicht selten haarfeine Risse, die
sich um die Wurzeln herum bilden - diese scheiden nämlich Säuren ab, lösen den Stein allmählich auf und sprengen auf diese Weise sogar Betonplatten! Diese Signatur deutete schon Paracelsus als Hinweis auf die
steinbrechende Kraft dieser
Pflanzen: "Du wirst dir merken, dass ein steinbrechendes
Mittel einen Stein leicht bricht“.
Schöllkraut
Leberheilpflanze: gelbe Blüten und orangegelber Milchsaft
zeigen Sympathie zur Gelbsucht. Das dreilappige Blatt hat anatomische Verwandtschaft
zur Leber, Wachstum an Mauern zeigt die Heilkraft gegen Gallensteine an.
Wir haben es also nicht nur mit besonders
"giftresistenten" Heilpflanzen zu tun, sondern auch mit Heilpflanzen
für tartarische Leiden wie Blasengrieß oder
Gallensteine:
Die Brennnessel fördert unter anderem die Ausscheidung von
Harnsäure und treibt auch Blasengrieß aus. Dabei erinnere ich mich an eine
Frau, die nach einen Tee für ihren Mann fragte, bei dem reichlich Blasengrieß
festgestellt worden war. Weil ich ihn nicht persönlich kannte, gab ich den
einfachen Tipp, er solle im Wechsel täglich etwa einen halben Liter Brennesselblättertee oder "Vollmers Grünen Hafertee" (enthält u.a. Brennesselblätter) mit frisch gepresstem Zitronensaft und
Honig trinken. Ergebnis dieser wohlschmeckenden Teekur:
Nach einigen Wochen kamen die beiden mit einem Säckchen an, in dem sie eine
Handvoll Blasensteinchen gesammelt hatten, die während der Teekur
abgegangen waren.
Das Schöllkraut ist geradezu ein Paradebeispiel für die Signaturen der Leberheilpflanze. Wie die Leber in drei Lappen unterteilt ist, so sind auch Schöllkrautblätter dreifach gelappt und haben somit anatomische Verwandtschaft zum Zielorgan. Ferner deuten die vierzähligen gelben Blüten Jupiter an, der im Menschen über die Leber regiert, und der orangegelbe Milchsaft zeigt schließlich Sympathie zur Gelbsucht. Daher bemerkte Paracelsus:
"Warum ist Chelidonia eine Arznei bei Gelbsucht. Wegen seiner Anatomie" (II/279) - Paracelsus zählte die Farbe zur Anatomie. Als Heilpflanze für Leber und Galle ist Chelidonium inzwischen unentbehrlich, und viele
bewährte Leberfunktionsmittel enthalten das Kraut (z.B.
"Chelidonium/Berberis comp.,
Kapseln" von Wala, "Hepatik" von Soluna oder "metaheptachol"
von meta Fackler).
Breitwegerich
"Und du, Wegerich, Mutter der Kräuter, östlich offen, innen mächtig. Über dir quietschten Kampfwagen. Über dir reisten Königinnen, über dir riefen Bräute, über dir knirschten Stiere mit den Zähnen. All dem widerstandst du
und widerstehst du: So widerstehst du auch Gift und
Ansteckung, und dem Feind, der durchs Land fährt“. (Altengl.
Neunkräutersegen; zit. n. Neményi "Heidnische
Naturreligion", Peyn u. Schulze Verlag, Bergen
1991)
Wenn heute in den Lexika steht, die Signaturenlehre sei eine "mystische Arzneilehre" oder sie "würde wissenschaftlichen Ansprüchen nicht gerecht", dann sollte man bedenken, dass die ursprünglich wegen ihrer Signaturen gefundenen Arzneipflanzen meist heute noch für dieselben Indikationen gebraucht werden! Um bei unserem Beispiel der Leberheilpflanzen zu bleiben: Fast alle Leberheilpflanzen weisen gelbe Blüten oder gelbe Pflanzensäfte
auf oder haben das gelbe Prinzip zumindest in Form von Flavonoiden in ihrer Chemie verborgen (weiteres siehe
"Paracelsusmedizin", AT Verlag, CH-Aarau
2001).
Zum Abschluss noch ein paar Gedanken zum Löwenzahn, dem ich
zuletzt im Spätherbst in Blüte begegnet bin: Er hatte sich in über zwei Metern
Höhe in einer Ritze zwischen Grabstein und Friedhofsmauer - ganz ohne Erde
angesiedelt! Natürlich hat auch dieses Mauerblümchen steinbrechende
Kräfte in sich, schließlich heißt er wegen seiner harntreibenden Wirkung im
Volksmund "Bettseucher", und die gelben
Blüten deuten die galletreibende Wirkung an. Doch er
zählt auch zu den Überdüngungsanzeigern und reinigt daher durch und durch. Ein
chinesischer Heilkundiger, der einmal im Mai in Deutschland zu Besuch war,
staunte über die gelben Wiesen voller Löwenzahn: "Das muss aber eine große
Heilpflanze sein" - vermutete er sogleich. Überträgt man die Überdüngungs-Signatur
auf den Menschen, dann wird klar: Böse Folgen falscher Ernährung (z.B.
Obstipation) sowie pestizidbedingte Erkrankungen (z.B. Pankreasinsuffizienz)
sind die aktuellen Anwendungsgebiete des Löwenzahn (z.B. "Taraxacum comp“. von Ceres oder "Defaeton Medizinaltee" von Pekana).
Die Liste der heilkräftigen Zaunkräuter ließe sich natürlich
noch endlos fortführen. Aber zusammenfassend kann man bereits feststellen, dass
Ruderalpflanzen die Folgeschäden der Zivilisation
heilen und daher vielleicht die wichtigsten heimischen Heilpflanzen des 21. Jahrhunderts
werden. Nimmt man alle zusammen und ergänzt man die Liste noch um Efeu, Mistel
und unzählige ungenannte "Unkräuter", dann haben wir ein beachtliches
Arzneipflanzenarsenal direkt vor unseren Haustüren, die zur Entgiftung, zur
Vitalitätssteigerung, zur Anregung des Stoffwechsels und nicht zuletzt auch zur
Immunmodulation dienen.
Anmerkungen
"Ubi malum, ibi remedium" (J. B. Portas, 1608; zit. n. Schlegel "Religion der Arznei")
Wegwarte steht von
w als "vegetabilisiertes
Metall" zur Verfügung:
als "Cichorium Plumbo cultum", wobei die Düngung mit Blei den saturnalen Charakter verstärkt - Saturn regiert zus. mit
Mars über Gifte und Vergiftungen (z.B. Bleiobstipation);
als "Cichorium Stanno cultum", das als jupiterhafte
Arznei mehr auf die Leber wirkt.
Der hohle Stängel
zeichnet beispielsweise auch Ackerschachtelhalm, Hirtentäschel, Löwenzahn und
Schierling als Antidyskratikum aus.
Rezept aus
Paracelsusmedizin: Rippe, Madejsky, Amann, Ochsner, Rätsch;
AT-Verlag, CH-Aarau 2001.
z.B. wird der Sacchalin-Knöterich genutzt, um belasteten Böden Schwermetalle zu entziehen (Pöppelmann, 1996). Als "Phytotherapie für metallverseuchte Böden" erwiesen sich auch Sonnenblumen, die Metalle stark
anreichern und daher nach
erfolgter "Bodenheilung" wie Sondermüll entsorgt werden (Zeitschrift
für Phytotherapie 4/200)
Gerhard Madaus wies darauf hin, dass der Name Quecke sich von der
indogermanischen Wortwurzel giw = leben ableitet.
Diese Signatur
tragen viele "Blutreiniger", z.B. Berberitze, Brennessel,
Disteln, Kletten, Rosengewächse, Zitrone...
Zu den Gundkräutern gehörten alle Kräuter, die gegen "gund" (german. für giftiges
Sekret, Wundjauche, Eiter) gebraucht wurden. Hierzu zählten bspw.
Ehrenpreisarten, Gamanderarten und Wegerich (Max Höfler; Volksmedizinische Botanik der Germanen). Der
Volksname "Herr des Eiters" zeigt an, dass Tee und/oder Extrakt bei
allen eitrigen Leiden hilfreich sind; z.B. Akne, Angina,Lungenemphysem
oder lokal bei Otitis media.
Erdbeere und
Leberblümchen weisen auch dreilappige Blätter auf.
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einen freien Warennamen handelt.
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